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Schlemmen und Genießen im historischem Ambiente

Auf Festungsgrund gebaut: die Kron-Lastadie 

Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts umschloss ein Festungswall die Stadt Stralsund, um sie vor Angreifern zu Land und zu Wasser zu schützen. Dieser Wall bestand aus einer Mauer, die von zehn Stadttoren, sechs Wassertoren und vier Landtoren sowie Teichen und Bastionen unterbrochen wurde. Eine dieser Bastionen, die im Zuge des Festungausbaus im 17. Jahrhundert errichtet wurde, grenzte an denSund: die sogenannte Kron-Lastadie-Bastion.

Der ungewöhnliche Name erinnert bis heute an die Regentschaft der Schweden in Stralsund von 1628 bis 1815. Die Silbe „Kron“ bezieht sich auf den südlichen Kanalbereich, der unter schwedischer Krone stand, und das Wort „Lastadie“ verweist auf einen hafennahen Platz zum Be- und Entladen. Noch heute bezeichnen viele ehemalige Hansestädte bestimmte Bereiche ihres Hafens mit diesemBegriff

Die Blütezeit der Hanse 1400 - 1500

Wie viele andere Hafenstädte im baltischen Raum zählte auch Stralsund zum Wirtschaftsverbund der mittelalterlichen Hanse. Ihre exponierte Lage am Schnittpunkt bedeutender Seehandelswege bescherte der einst von Slawen gegründeten Siedlung wachsenden Wohlstand und besonderen Status. Es waren insbesondere landwirtschaftliche Erzeugnisse, die von hier nach Nord- und Nordwesteuropa verschifft wurden. Im Gegenzug importierte die Stadt u. a. Fisch, Salz, Gewürze und Wein.

Wachsende Bedeutung erlangte auch die Herstellung von Bier, da die Nachfrage im Ausland nach Starkbier stetig stieg. Die große Mehrzahl der in rund 170 Stralsunder Brauereien abgefüllten Fässer verließ Ende des 16. Jahrhunderts auf dem Seeweg die Stadt.

Austritt aus der Hanse 1500 - 1600

Wechselnde Regierungen und Allianzen begleiteten die Expansion der Stadt und führten immer wieder zu Handelsblockaden auf der einen Seite und neuen Handelsbeziehungen auf der anderen. Zur Minderung des Risikos zu hoher See infolge zunehmender Piraterie schlossen sich Kaufleute zu Handelsgesellschaften zusammen zu dem Zweck, dass bei Verlust der Schiffsladung die Kosten auf alle Beteiligten gleich verteilt werden konnten.

Die Zeit der großen kolonialen Eroberungen, beginnend mit Kolumbus’ Entdeckung von Amerika im Jahre 1492, brachte die Europäer mit neuartigen Rohstoffen und Gütern aus Übersee in Kontakt und leitete den langsamen Niedergang der im baltischen Raum verankerten Hanseein. Schließlich trat Stralsund aus dem Wirtschaftsverbund aus.

Hilfe aus dem Norden 1618 - 1628

Der Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs im Jahr 1618 tangierte Stralsund zunächst so gut wie gar nicht. Im Verlauf dieses nur oberflächlich religiös motivierten Konflikts, der schließlich fast ganz Europa erfassen sollte, wurde aber auch die Ostseestadt zum Spielball der kriegerischen Mächte.

„Und wenn die Stadt mit sieben Ketten und Schlössern am Himmel hinge, ich werde sie doch herunter holen“ – diese Worte werden dem Feldherrn Wallenstein nachgesagt, als er Stralsund im Jahre 1628 zu erobern versuchte. Am Ende aber war es König Gustav Adolf von Schweden, der triumphierte. Als Retter der Stadt wurde er unter dem Läuten der Kirchenglocken herzlich willkommen geheißen.

Unter schwedischer Krone I 1628 - 1680

Der neue Machthaber belastete zwar aufgrund der von ihm geführten Kriege die städtischen Kassen, räumte Stralsund aber gleichzeitig viele Handelsprivilegien ein. Unterdessen rissen die Konflikte nicht ab, eine „Heimholung“ der Stadt ins Heilige Römische Reich deutscher Nation blieb Zielsetzung des Kaisers. Nach der Belagerung durch brandenburgische Truppen im Jahre 1678 und einem Großbrand waren große Teile der Stadt zerstört. Letztlich jedoch blieb die schwedische Krone siegreich.

Nachdem das Königreich Schweden Stralsund zur Garnisonsstadt erklärt hatte, war ein Ausbau der Festungsanlagen notwendig geworden. In diese Zeit fällt auch der Bau der Kron-Lastadie-Bastion: ein Platz zum Be- und Entladen der Schiffe, der zugleich mit Kanonen gegen feindliche Angriffe geschützt werden konnte.

Unter schwedischer Krone II 1680 - 1815

1720 wurde Stralsund die Hauptstadt von Schwedisch-Pommern und behielt diesen Status bis zum Ende der schwedischen Regentschaft. In dieser Phase büßte die Stadt ihre ehemalige Bedeutung als Export- und Importhafen langsam ein; vornehmlich die Handelsbeziehungennach Schweden sorgten neben der Ansiedlung verschiedener Manufakturen für wirtschaftliche Stabilität.

Auch wenn sich die Stralsunder heute noch gern als „Südschweden“ bezeichnen, so war das Ende der schwedischen Regentschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht mehr abwendbar. 1807 besetzten die Franzosen weite Teile Norddeutschlands, und 1815 erwarb schließlich Preußen von Schweden das ehemalige Schwedisch-Pommern für 3,5 Millionen Taler.

Der Marinehafen entsteht 1815 - 1830

Nachdem Preußen die Herrschaft übernommen hatte, erwarb es vom schwedischen Staat sechs Kanonierschaluppen, die fortan im Stralsunder Hafen vor Anker lagen. Die zugehörigen Kanonen und die Munition waren in den Bunkern der alten Festung untergebracht.

Der Grundstein für Deutschlands ältesten Marinehafen war gelegt. Bereits 1816 folgte der Bau des Kriegsschoners „Stralsund“ – er diente der zukünftigen preußischen Marine als Muster- und Schulungsschiff. 1827 schließlich wurde in der Festung das erste deutsche Marinedepoteingerichtet: Ausrüstung und Verwaltung des gesamten Eigentums der bewaffneten Marine oblag von nun an diesem bedeutenden Hafenstützpunkt.

Ein Platz für die Kanonen 1830 - 1890

Aufgrund der unterschiedlichen Aktivitäten erreichte der zur Verfügung stehende Platz auf der Lastadie vor dem Fährtor, Semlower Tor und Badentor schnell seine Grenzen. Nach zähen Verhandlungen – schließlich war Stralsund immer noch Festungsstadt und folglich in manchen Bereichen architektonisch unantastbar – wurde in den Jahren 1864/65 der Bau des sogenannten „Artilleriewagenhauses“veranlasst: ein großzügiges Gebäude zur Unterbringung von Kanonen und Artilleriefahrzeugen. Hierbei handelt es sich um das bis heute erhaltene, schöne Fachwerkgebäude, inzwischen besser bekannt unter dem Namen „Kron-Lastadie“.

Nur wenige Jahre später wurde mit dem Bau der Hafeninsel begonnen – einem weitläufigen Areal, das der Kron-Lastadie vorgelagert ist.

Der Weg zur Industriestadt 1890 - 1939

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die militärische Bedeutung der Kron-Lastadie zu Gunsten der Schaffung von Lagerflächen weitgehend aufgegeben. Der ehemalige Kanonenschuppen etwa übernahm die Funktion eines Kornspeichers. Nach und nach verschwanden auch diehistorischen Wälle; dafür fanden dort Pferde und Fuhrwerke Platz.

Verschiedene Baumaßnahmen nach 1900 dokumentiertenStralsunds stetigen Aufstieg zum modernen Wirtschaftsstandort – auch der Hafen wurde kontinuierlich ausgebaut. In den 1930er Jahren wurde auch der Fischersteg angelegt, der bis zum heutigen Tag die gesamte Bastion umschließt und zu einem Erkennungszeichen derHafenanlage geworden ist.

Ein Neuanfang 1945 - 1990

Als Marinestützpunkt teilte Stralsund das Schicksal aller deutschen Kriegshäfen, die im Verlauf des Zweiten Weltkriegs unter dem Bombardement alliierter Flugzeugangriffe zu leiden hatten. Bis 1949 wurden in der Stadt bis zu 100.000 Kubikmeter Bauschutt beseitigt.

Ein erster Lichtblick nach Kriegsende bedeutete die Gründung der Volkswerft Stralsund im Jahr 1948. Binnen kurzer Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem modernen Industriestandort in der DDR. Insbesondere die damalige Sowjetunion war an den Produkten aus dem hiesigenFischfang und der Fischverarbeitung interessiert. Im Zuge dieses Aufschwungs verdoppelte sich die Bevölkerung nahezu auf rund 76.000 Einwohner.

Die Verschönerung des Hafens 1990 - 2008

Nach der Wende wurde viel Ehrgeiz in eine umfassende Umgestaltung des gesamtes Geländes investiert. Der Verkauf der ehemaligen Bastion an einen Investor ermöglichte die Ansiedlung von kleinen Handwerksbetrieben, Geschäften, Büros und der „Galerie der Sprüche – Stralsund“in den ehemaligen Pferdeställen. 1998 erfolgte der Rückkauf.

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits weite Bereiche des Areals extrem sanierungsbedürftig, weshalb im Jahr 2000 die Entscheidung für eine Grundinstandsetzung fiel. Hiervon profitierte unter anderem der Steg um die Bastion. Die ehrgeizigen Maßnahmen wurden schließlich mitder Austragung des Internationalen Mitsommerfests 2004 belohnt. 2008 konnte die Nordmann Unternehmensgruppe die Bastion schließlich im Rahmen eines ganzheitlichen Sanierungskonzepts erwerben.

Die Kron-Lastadie im neuen Glanz 

Im Rahmen der aufwendigen Sanierung der Stralsunder Altstadt, die seit 2002 zum „UNESCO-Weltkulturerbe“ zählt, ist nun auch für die Kron-Lastadie die Zeit gekommen, ein neues Kapitel in ihrer Geschichte aufzuschlagen.

Ihre schöne Lage inmitten der ehemaligen Festungsgräben prädestiniert sie dafür, eine Brücke zu schlagen zwischen stolzer Vergangenheit und hoffnungsvoller Zukunft, zwischen Stadt und Meer und nicht zuletzt zwischen Deutschland und Schweden…

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